"Eine Frau ans Steuer der Stadt" SPD Bogen nominiert Claudia Ebner als Bürgermeisterkandidatin

Bogen. "Der nächste Bürgermeister der Stadt ist rot und weiblich"; dieses ehrgeizige Ziel gaben sich Bogens Sozialdemokraten bei ihrer Nominierungsversammlung freitagabends im Gasthof Wurm in Bärndorf. Einstimmig votierten dementsprechend auch die Genossen für die Bürgermeister-Kandidatur von SPD-Chefin Claudia Ebner. Ebenso einmütig wurde die Liste der Kandidaten für den Stadtrat verabschiedet. Ziel des Wahlkampfes sei vor allem ein neuer Kurs im Bogener Rathaus, so Ebner.

"Wie auch auf Landkreis-Ebene brauchen die Bürger unserer Stadt eine echte Alternative". Es sei durchaus an der Zeit, dass eine Frau "die Geschicke der Stadt" übernehme. Ein Amtswechsel bringe dringend benötigten frischen Wind, vieles habe sich in den vergangenen Jahren in der Stadt fehlentwickelt. Die Verschuldung der Kommune sei etwa auf eine Rekordhöhe von knapp 14 Millionen Euro angestiegen. Schuld dafür sei vor allem "das Prestigeprojekt" des bisherigen Amtsinhabers, das sogenannte Mehrgenerationenhaus. Noch sei die hohe Schuldenlast vom Bürger nicht zu spüren. Aber, so Ebner, als Folge drohten in Zukunft "Steuer-, Beitrags- und Gebührenerhöhungen". Andere Leistungen und Projekte müssten gestreckt oder gestrichen werden. Bogen brauche einen Bürgermeister mit hoher Finanzkompetenz, betonte die Kandidatin und verwies auf ihre Berufstätigkeit als Finanzbeamtin.

Schwerpunkte im Wahlkampf und darüber hinaus seien die Themen Verkehr und Arbeit. Als SPD-Bürgermeisterin werde sie sich mit großem Nachdruck für eine Autobahn-Ausfahrt beim Industriegebiet Furth einsetzen. In den Wohngebieten müsse auf Verkehrsberuhigung gesetzt und schwächere Verkehrsteilnehmer gestärkt werden. Bedarfsampeln bei den Further Supermärkten und an der Grundschule Bogen seien genauso notwendig wie ein Kreisverkehr in Bärndorf. Bei einem Wahlsieg werde sie auch dafür eintreten, öffentliche Aufträge nur an Betriebe zu vergeben, die keine Dumpinglöhne zahlen. Die Stadt selbst müsse Ausbildungsplätze anbieten. Ausbildungsintensive Betriebe sollten gefördert und ausgezeichnet werden.

Die anschließende Nominierung der Stadtratskandidaten erfolgte einstimmig, folgende Bewerber treten für die SPD am 16. März an: 1. Claudia Ebner, Stadträtin (Degernbach) - 2. Manfred Meindl, Stadtrat (Bogen) - 3. Markus Kiefl (Oberalteich) - 4. Brigitta Bunge, Stadträtin (Bogen) - 5. Rudi Mühlbauer (Bogen) - 6. Stefan Klein (Oberalteich) - 7. Renate Rückert (Oberalteich) - 8. Dieter Ehlers (Bogen) - 9. Blanka Ehlers (Bogen) - 10. Stefan Amann (Pfelling) - 11. Christine Hausotter (Bogen) - 12. Karl Vögerl (Bärndorf) - 13. Brigitte Lehner (Bogen) - 14. Stefan Rückert (Oberalteich) - 15. Michaela Höpfl (Degernbach) - 16. Marcus Lausch (Bogen) - 17. Tanja Bergbauer (Bogen) - 18. Christian Eberth (Bogenberg) - 19. Marianne Czernohorsky (Bogen) - 20. Franz Baumann (Bogen) - 21. Celia Ebner (Degernbach) - 22. Klaus Mathieu (Bogen) - 23. Meinhard Elisabeth (Bogen) - 24. Peter Neubert (Bogen).

Als in "jeder Beziehung ausgewogen" wurde die Liste empfunden, im anstehenden Wahlkampf müsse die SPD niemanden fürchten. Da die beiden Mehrheitsfraktionen schwächelten, gebe es durchaus Chancen, auch "stimmenmäßig" zuzulegen und "ein oder zwei" Mandate dazuzugewinnen.